Villa Astra

4 Sterne
2013-04-12 konrad.haenel

Als wir die kleine Stichstraße am Rande des Küstenörtchens Lovran bis zum Ende entlangfahren, ahnen wir nicht, was für ein architektonisches Juwel uns da erwartet: eine venezianische Villa mit elegant geschwungenen Fensterbögen und leuchtend gelber Fassade, die romantisch eingebettet in alten Baumbestand direkt am Ufer der Kvarner Bucht liegt.

Die Villa stammt aus einer Zeit, in der die Hautvolee der Österreich-Ungarischen Monarchie und der Kronländer die Heilkraft des Meeresklimas entdeckte und sich die Küstenstädte Lovran und Opatjia zu exklusiven Kurorten entwickelten.

Venezianischer Blumenstil

Der großzügig angelegte Bau wurde nach Plänen des berühmten venezianischen Architekten Renato Renosco im gotisch-venezianischen Blumenstil als Sommersitz von Camilla und Nicolò Guerra errichtet. Die prachtvolle Ausführung verdankt es dem lokalen baumeister Attilo Maguolo, dessen Handschrift viele Villen in Lovran tragen. Nach jahrelanger sorgfältiger Renovierung wurde die Villa aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und 2002 als kleines feines Luxushotel wieder eröffnet.

Intimes Boutique-Hotel

Das Ergebnis können wir nun als Gäste der Villa Astra genießen, heute ein intimes Villenhotel mit nur sechs Zimmern, das mit seinem romantischen Flair Mitglied der exklusiven Gesellschaft „Schlosshotels und Herrenhäuser in Österreich und den ehemaligen Kronländern“ ist.

Wo die Duncan einst tanzte

Zur Auswahl stehen sehr unterschiedlich geschnittene und in unterschiedlichen Farben gehaltene Zimmer (alle mit Loggia oder Balkon), die allesamt Namen berühmter Persönlichkeiten tragen. Wir beziehen das in Rottönen äußerst geschmackvoll eingerichtete Isadora-Zimmer, das nach jener berühmten amerikanischen Tänzerin Isadora Duncan benannt, die einen schrecklichen Tod fand, als sich ihr Schal in den Speichen ihres Autos verfing.

Paradiesgarten

Wir genießen trotz aller Tragik die Feng-Shui Einrichtung mit antiken und modernen Elementen und vor allem den genialen Blick vom unserer Loggia mit venezianischen Bögen direkt auf das nur durch den herrlichen Garten getrennte und nur wenige Meter entfernte tiefblaue Meer. Der Blick fällt auch auf den einladenden kleinen – geheizten – Pool inmitten von Palmen, Eichen und Lorbeerbäumen gelegen – wir packen also sogleich unsere Siebensachen und beziehen eine der bequemen, stilvollen Sonnenliegen. Erst als die Sonne hinter den hohen Bäumen versinkt entschließen wir uns zum Wellness-Programm, das das Hotel anbietet: eine Auswahl an Massagen (Ayurveda, Shiatsu, Lavasteine, Reflexologie etc.), ein wohltuendes Dampfbad, Pulsdiagnose oder Beratungen beim Health Coach Darko Juric.

Unser Abendessen nehmen wir im Abends nehmen wir im sehr stilvollen Speisesalon ein. Über einen Tresen hat man Einblick in die Schauküche, wo Vjekoslav Martinko und sein fleißiges Küchenteam sein Lebensmotto „Tradition, Gastlichkeit und Kreation“ verwirklicht und regionaltypische Gerichte auf unsere Teller zaubert. Kaiser Franz-Josef I. lächelt dazu huldvoll von einem seiner drei Porträts herab. Guten Appetit! scheint er uns zu wünschen. Und den Haben wir auch bei köstlichem wilden Spargel mit Erdbeeren und Gnocchi mit Kvarner Scampi. Auch am nächsten Tag werden wir im selben Speisesalon mit einem unglaublich reichhaltigen und qualitativ hochwertigen und kreativen Speisen verwöhnt. Ein wahres Gourmetfrühstück wie man es nur selten serviert bekommt!

Unterwegs auf der Uferpromenade

Danach machen wir uns daran, die Umgebung von Villa zu erkunden – auf der Uferpromenade, auf der schon in K&K-Zeiten österreichische Sommerfrischler lustwandelten. Der 12 Kilometer lange Lungomare führt direkt an der Villa vorbei und ist für Spaziergänge oder auch zum Joggen ideal. An der Promenade reihen sich zu beiden Seiten herrliche Villen in ebenso herrlichen Gärten wie Perlen an der Schnur auf. Doch Villa Astra gehört mit Sicherheit zu den architektonisch schönsten Bauten der Promenade. Der Weg führt auch zum Kern des kleinen Örtchens Lovran, dessen Namen von „Lauriana“, dem alten Wort für Lorbeer stammt, dem Symbol für Wandlung und Ewigkeit. Der mittelalterlich verwinkelte historische Ortskern, der auf einer kleinen Anhöhe liegt, wirkt noch touristisch reizvoll unberührt und lohnt allemal einen Besuch. Auch das kleine Örtchen Icici in der anderen Richtung vorbei an herrschaftlichen Villen lädt ein: hier gibt es Fischrestaurants, die empfehlenswert sind, und unterwegs kann man von kleinen Felsbadestränden in die kühlenden Fluten hüpfen oder ein Sonnenbad genießen, so wie wir.

Ausflug zum Landhaus

Eine zusätzliche Besonderheit hat das Villenhotel im Angebot: das Landhaus Oraj, das inmitten von Feldern und Hainen in herrlicher Natur auf den steilen Berghängen über dem Meer liegt. Der Blick über das weite Meer bis hin zur Insel Cres ist atemberaubend. Hierher stammen viele der regionalen Produkte, die in der Hotelküche zu Köstlichkeiten wahren verwandelt werden. Wer es gerne einsam hat, kann übrigens in diesem hoteleigenen Landhaus Quartier beziehen. Im Hochsommer weht hier immer eine erfrischende Brise.

Fazit

Exklusives Wohnen in herrlicher Umgebung mit glorreicher Vergangenheit.

Freizeit

Besichtigungen des mittelalterlichen Lovran und des mondänen nur wenige Kilometer entfernte weltberühmte Kurort Opatjia bieten sich an, ob mit dem Auto oder zu Fuß auf der 12 Kilometer langen Uferpromenade, die schon in der Kaiserzeit angelegt wurde. Auch Ausflüge auf die malerische Insel Cres (mit der Fähre vom 20 km entfernten Brestova aus), in die umliegende Bergwelt mit fabelhafter Fernsicht oder ins geschichtsträchtige, 20 km Rijeka bieten sich an.

Villa Astra

Viktora Cara Emina 11
51415 Lovran
Kroatien

+385 51 294 400


Kategorie
4 Sterne
Artikel: Thomas Winzker; Fotos: Villa Astra