Mandarin Oriental Macau

2013-05-15 tobias.stockinger

Nach langer Anreise mit Cathay Pacific und 45minütiger Überfahrt mit der Fähre von Hongkongs Airport nach Macau höchst erfreulich ist der Empfang im 2010 neu eröffneten Skyscraper-Luxushotel der Mandarin Oriental Gruppe, das an der Seepromenade schräg wie das Segel eines Schiffes in die Höhe ragt.

Special Service ist, dass statt enervierendem Check in, den Gast eine reizende Dame aufs Zimmer geleitet, die dort dann die Formalitäten erledigt. Unser Zimmer, ein so genanntes Lake View Room mit Blick auf den exponiert am Wasser stehenden Funkturm, ist elegant-europäisch im Design und nicht auf den Geschmack des Mainland Chinesen abgestimmt wie wir später in anderen Luxusresorts feststellen können.

Hotel der kleinen Wege

Die bodentiefen Fenster begrenzen auch das Bad, sodass man von der Wanne aus den Blick in die Ferne schweifen lassen kann. Lernt man erst die ernormen Ausmaße der anderen Hotels kennen, hebt sich das Mandarin Oriental als ein Hotel der kleinen Wege angenehm davon: Schnell ist man beim Frühstück und beim Dinner, am Infinity-Pool im 4. Stock oder im Spa. Einen Besuch der Wellness-Oasen sollte man keinesfalls versäumen. In herrlich entspannter Atmosphäre wird man von erstaunlich kraftvollen Masseurinnen bearbeitet, bis auch die letzte Verspannung aus dem Körper getrieben ist. Eine der Möglichkeiten, die zur Wahl stehen ist das knapp zweistündige „Portuguese Signature Treatment“ mit Peeling und Ganzkörpermassage mit aromatherapeutischen Ölen und hot stones. Man wünschte, die Wohlfühl-Behandlung würde nie aufhören! Völlig entspannt kehren wir dann in das „Vida Rica“ Restaurant ein, das sich geschmackvoll schwarz und verspiegelt präsentiert.

Qual der Wahl internationaler Küchen

Hier hat man die einmalige Gelegenheit, sich nicht zwischen China-, Portugal- und Macau-Küche entscheiden zu müssen. Je nach dem, was das Herz auch begehrt, wird gangweise serviert, erzählt uns der Küchenchef aus dem Schwarzwald Dirk Haltenhof. So beginnt unser Dinner mit badischen Maultaschen, gefolgt von chinesischer Schweineschwarte, Pak Choy-Gemüse und Wok Fried Conpoy Reis. Der Fülle an Speisen lassen wir in der eleganten Hotelbar mit Fernblick übers Wasser einen M.O. Mai Tai, dem Mandarin Oriental Signiture Drink, folgen. Bettschwer sinken wir zufrieden in die herrliche Bettwäsche des Kingsize-Betts und freuen uns schon auf das üppige Frühstücksbüffet, das jenem, der von chinesischer Küche nicht genug kriegen kann, auch eine große Auswahl an Dim Sum bietet.

Fazit

Entspanntes Wohnen in einem eleganten Luxushotel der „kleinen Wege“.

Freizeit

Weniger der Kultur wegen als der Unterhaltung kommen die meisten Besucher nach Macau. Darüber gibt das Fremdenverkehrsbüro Macau bereitwillig Auskunft (www.macau-info.de / macau@discover-fra.com). Über 30 Casinos mit knapp 5000 Spieltischen locken zuhauf Chinesen vom „Mainland“ und aus Hongkong an (wo das Glücksspiel verboten ist), Europäer sind noch eine absolute Rarität. Zu unrecht, denn Macau, die einstige Perle von Portugals Kolonialreich, bietet eine überraschende Vielzahl an kulturellen Highlights, darüber hinaus aber auch über 300 Restaurants, die die Küchen der Welt auf höchstem Niveau servieren. Ratsam ist es jedoch, die kulinarischen Erfahrungen auf die Küchen Chinas und auf die makanesichen Spezialitäten, eine chinesisch-portugiesische Fusion-Kost, einzuengen. Und wer Lust hat kann zur Abwechslung auch ganz original Portugiesisch speisen, Gelegenheiten bieten Restaurants wie das „O-Manuel“ und das „Antonio“. Chinesisches, vor allem die leckeren und abwechslungsreichen Dim Sum Vorspeisen, kann man in Garküchen genießen, kleine Restaurants, doch auch in den Restaurants der Hotels sind sie nicht zu verachten (z.B. im „Vida Rica“ im Mandarin Oriental, im „Treasure Palace“ im City of Dreams-Hotelkomplex oder im „Galaxy Resort“.

Macau: UNESCO-Weltkulturerbe

Nach so viel kulinarischer Kultur ist man gestärkt um die Sehenswürdigkeiten Macaus zu besichtigen, die vor allem in der Altstadt liegen (zu Fuß nur etwa 20 min vom Mandarin Oriental entfernt): Wunderschön erhaltene UNESCO Weltkulturerbe-Kolonialbauten säumen die Straßen und Gassen, erfüllt von der Hektik chinesischem Lebens, darunter das erste europäische Theater, dass in Asien je gebaut wurde, mehrere prächtige Barockkirchen (die Fassade der St Paul-Ruine ist Macaus Wahrzeichen), der altehrwürdige Tempel A-Ma (Macaus Namensgeber), der Camões-Park, eine Oase der Friedens, und der evangelische Friedhof, wo auch Lady Di’s Großvater begraben liegt. Auch abends bietet sich eine Vielzahl von Freizeitbeschäftigungen an, allem voran natürlich der Besuch eines der Casinos, wo man sein Glück versuchen kann. Wenn’s mit dem Millionen Jackpot dann geklappt hat, kann man seinen gewinn gleich in den unzähligen Boutiquen beim heavy shopping umsetzen. Andere Möglichkeiten zum Zeitvertreib bieten verschiedene Mega-Shows, z. B. die sensationelle Stunt-Watershow „The House of Dancing Water“, der Cirque de Soleil, der hier ein festes Haus unterhält oder die fantasievolle Animationsshow „Dragons Treasure“. Wer’s ganz kitschig liebt, sollte eine Gondelfahrt auf den Kanälen vom Hotel Venetian, das größer ist als das Mutterhaus in Las Vegas. Wer vorüber der Großstadthektik entkommen will, hat auch dazu Gelegenheit: die Insel Coloane ist die grüne Lunge Macaus mit Wanderwegen, Stränden (den einzigen) und einem Park, wo man Riesenpandas beim Bambusknabbern beobachten kann.

Mandarin Oriental Macau

Avenida Dr Sun Yat Sen
NAPE Macau
Macau

Tel: +853 8805 8888
Fax: +853 8805 8899


Preise:

  • DZ
    ab 180,- €
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Beitrag: Thomas Winzker; Fotos: Mandarin Oriental, Macau